Alpiner Skirennsport: Verletzungsprohylaxe

Biomechanical research on injury prevention is crucial to reduce injury risk on World Cup downhill skiing.

― Tron Moger

Die Arbeiten für die kommende Alpine Skiweltmeisterschaft 2017 in St. Moritz laufen auf Hochtouren. Es wird das fünfte Grossereignis nach 1934, 1948, 1974 und 2003 vorbereitet. Die aktuellen Untersuchungen, Recherchen und Schlussfolgerungen des CASB zum Thema Verletzungsprophylaxe im Skirennsport sollen mithelfen, die kommenden Weltcuprennen der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2017 möglichst unfallfrei durchzuführen. Jeder dritte Weltcup-Skifahrer erleidet pro Saison eine Verletzung, bei jedem sechsten ist sie gravierend. Heute sind sich die Experten einig, dass sowohl Kurssetzung als auch Geländeeigenschaften die Geschwindigkeiten der Athleten auf der Piste stark beeinflussen. Diese Rahmenbedingungen werden daher ständig überprüft. Hohe Sicherheit für die Athleten und ein möglichst geringes Verletzungsrisiko sind trotz Rennfahrten am Limit das Ziel. Der Internationale Skiverband FIS hat bei den verschiedenen Disziplinen Regeln zur Kurssetzung in Weltcuprennen aufgestellt. Dazu gehören beispielsweise wie viele Höhenmeter zwischen Start und Ziel liegen dürfen, wie viele Richtungsänderungen ein Lauf aufweisen darf oder wie gross der minimale Abstand zwischen den Toren sein soll. Diese Regeln bilden die Leitplanken und lassen den Kurssetzern viel Spielraum. Deshalb untersucht das CASB in Zusammenarbeit mit der Norwegian School of Sport Sciences, Oslo, der Gruppe für Schneesport und Industrieprojekte des WSL (Institut für Schnee und Lawinenforschung SLF, Davos) und dem IFFB Sport und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg wie sich die Kurssetzung auf die Kräfte und Geschwindigkeit im Rennen auswirkt. Kräfte und Geschwindigkeiten sind wesentliche Risikofaktoren für Verletzungen. Bisher wurden die Disziplinen Riesenslalom, Super-G und Abfahrt untersucht. Die Wissenschaftler haben die Studiendaten bei umfangreichen Messungen an Weltcuprennen der Männer durchgeführt. Sie statteten die Vorfahrer mit GPSund Inertialtechnologie aus. So konnten Fahrlinie, Geschwindigkeit und die auf die Fahrer wirkenden Kräfte gemessen werden. Ausserdem vermassen Wissenschaftler Kurssetzung und Geländeform, um Einflussfaktoren wie Geschwindigkeit und Kräfte zu berechnen. Die bisherigen Resultate der Studie deuten darauf hin, dass alle drei Disziplinen ein vergleichbares Gefahrenpotential aufweisen. In allen Disziplinen passieren in etwa gleich viele Unfälle pro Zeiteinheit. Allerdings unterscheiden sich die Ursachen: In der Abfahrt sind es die hohen Kurvengeschwindigkeiten, die Sprünge und die lange Dauer der Wettkämpfe. Im Riesenslalom sind die Kräfte im Vergleich der drei Disziplinen am grössten und zusammen mit den kleinen Kurvenradien ausschlaggebend. Beim Super-G, als Zwischenform von Abfahrt und Riesenslalom, ist es eine Kombination dieser Faktoren. Als nächstes werden die Forschenden die gesamten Daten aus der Disziplin Abfahrt den konkreten Ereignissen der tatsächlichen Stürze und Verletzungen gegenüber stellen. Daraus wird abgeleitet, was die Unfall-Orte auf den Abfahrtsstrecken jeweils kennzeichnet. In einem letzten Schritt werden aus diesen Ergebnissen konkrete Massnahmen entwickelt, die der Internationale Skiverband FIS und die einzelnen Rennveranstalter ergreifen können, um die Risiken in der Disziplin Abfahrt zu minimieren.

auftraggeber: Internationaler Skiverband FIS (Féderation International de Ski)

projektleitung: Matthias Gilgien, PhD, Center of Alpine Sports Biomechanics, St. Moritz (Schweiz)

thema: Verletzungsprophylaxe im alpinen Skirennsport

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